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Rassespezifische Verhaltenstendenzen
Ein sicher
sozialisierter Briard ist ein sehr treuer und zuverlässiger
Begleiter. Er will möglichst immer bei seiner Bezugsperson sein.
Deshalb wird er sich immer einen Platz aussuchen,
wo er mitten im Geschehen ist. Am liebsten hält er seinen Kopf
beim Liegen auf die Füsse, oder
dem Schoss der Besitzer. Gegenüber Fremden verhält sich der
Briard zurückhaltend, ist jedoch nicht unfreundlich. Er will
eben nur selbst den ersten Schritt tun. Dies kommt aus der
jahrelangen, zielgerichteten Zuchtselektion, seiner früheren
Verantwortung die er als Herdenwachhund wahrnehmen musste. Der
Briard besitzt eine ausgeprägte Aufmerksamkeit, ist ausdauernd,
wendig und weist eine natürliche Schärfe auf. Der Briard, so
sagt man, ist ein Hund mit einem grossen Herzen und ausgeprägter
Loyalität zu seiner Bezugsperson.
Was braucht der Briard um sich gut zu entwickeln?
Ein Briard braucht wie jeder andere Hund in erster Linie eine
sichere Bindung zu seiner Bezugsperson, daneben sehr viel
Bewegung und Zuwendung. Er braucht Familienanschluss und sollte
unter keinen Umständen im Zwinger aufwachsen. Schon als Welpe
sollte er möglichst viel Kontakt zu Fremdpersonen haben. Die
Welpenspielstunde und Junghundeausbildung fördern die
Sozialisierung und den Umgang mit anderen Hunden. Der Briard
entwickelt sich am Besten, wenn er zu einer oder mehreren
Personen ein Vertrauensverhältnis aufbauen kann. Dies ist mit
Zuwendung, gemeinsamem Arbeiten oder Ausbilden und konsequentem
Führen zu erreichen. Wenn er das Vertrauen aufgebaut hat ist er
sehr lernwillig und ausserordentlich geschickt.
Haltung und Charaktereigenschaften
Man muss nicht eine grosse Wohnung, ein Einfamilienhaus oder gar
einen Garten für den Auslauf haben. Ohne den persönlichen
Kontakt, das ausgedehnte Arbeiten mit dem Hund, sind dies
ohnehin nur "moderne" Zwinger. Klar,
braucht er von seiner beachtlichen Körpergrösse her ein
entsprechendes Raumangebot, doch leben viele Briard-Besitzer mit
ihren Vierbeinern glücklich in Mietwohnungen.
Der Briard benötigt unbedingt eine Aufgabe, modern ausgedrückt,
einen Job! Sonst wird es ihm langweilig und er wird unglücklich.
Dann wird er sich aus eigenem Antrieb Dinge aneignen, welche die
Umwelt vielleicht nicht so sehr schätzt. Oftmals bellen
sie dann alles an, was sich in ihrer Nähe bewegt, denn sie
möchten doch auch etwas tun.
Zum anderen ist die Erziehung und Führung des Briards sehr
wichtig. Da er bei seiner ursprünglichen Aufgabe nicht nur die
Herden hütet, sondern auch beschützt und bewacht, bedingt dies
auch heute noch die Eigenschaft, dass er ein gewisses Mass an
Selbständigkeit und Entschlussfreude aufweist. Diese
Eigenschaften prädestinieren ihn zu dominanzstrebendem
Verhalten.
Tja, unsere Briards sind gelehrig und wenn man sie
richtig "anpackt" auch hochmotiviert zur Arbeit. Gleichzeitig
aber haben sie sehr wohl ihren eigenen Kopf, tragen einen Teil
Eigenständigkeit in sich, vor allem aber die Suche nach klaren
Positionen - und genau daran scheitern manchmal
Briard-Besitzer. Konsequenz: spätestens jetzt Kontakt aufnehmen
mit einer Ortsgruppe des SBBC!
Es ist deshalb unerlässlich, dass sich die Besitzer eines
Briards bewusst sind, welche Eigenschaften und Verhaltensweisen
es benötigt oder erwünscht sind und gefördert werden sollen,
damit eine tolle Beziehung und ein sorgenfreies Zusammenleben
ermöglicht werden kann. Ein Briard-Besitzer muss Autorität
ausüben wollen und können. Die Gehorsamkeit soll beim Briard
auch nicht durch Härte erlangt werden, sondern durch den
kontrollierten, tiergerechten Umgang, liebevolle Konsequenz ist
gefragt.
Ein Briard ist
wiederum etwas anderes als ein klassischer Herdenschutzhund, der
nichts mit dem Hüten am Hut hat, sondern aufpassen und
verteidigen muß und will. Entsprechend einfacher hat man es in
der Erziehung und Einordnung eines Briards im Vergleich zum
Herdenschutzhund, aber eben auch im Vergleich zum reinen
Hütehund. Warum ? Nun, der reine Herdenschutzhund ist auf
absolute Eigenständigkeit hin gezüchtet, der geht nicht erst zum
Schäfer melden und anfragen, was man denn jetzt mit dem Bären zu
tun gedenke. Er braucht auch kaum Hörzeichen lernen, also sind
diese Hunde nicht gerade darauf gepolt, mit einem Menschen
zusammen zu arbeiten und machen ihr eigenes Ding.
Hütehundebesitzer haben dagegen in der Regel wenig Probleme
damit, den Hund zur Mitarbeit zum gemeinsamen Tun zu bewegen –
dafür ist ein Hütehund schließlich auch gezüchtet.
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